Alle Artikel in: Der Mensch von Morgen

CC0/ stockpick.com

Was ist noch Kunst in der digitalen Welt?

Vom Computer komponierte Musikstücke, Roboter, die malen, iPad-Zeichnungen, die am Ende nichts weiter sind als Datenhaufen: Was bedeutet die Digitalisierung für die Kunst? Bei weitem mehr als nur die Notwendigkeit, über geistiges Eigentum und Urheberschaft neu zu diskutieren. Am Ende wird es darum gehen, in einer digitalisierten Welt die Kunst unabhängig von der Einzigartigkeit eines Werks neu zu definieren – begonnen bei Walter Benjamin.

Foto: adike/Shutterstock.com
Foto: adike/Shutterstock.com

Von den Spuren, die wir online hinterlassen (müssen)

Datenschutz ist wichtig. Unternehmen sammeln das, was wir im Netz hinterlassen. Wir müssen uns besser schützen. Soweit würden die meisten Internetnutzer zustimmen. Doch in der Praxis stimmen wir dem Datensammeln oft allzu schnell zu. Dabei sind schützende Instrumente und Programme oft nur ein paar Klicks entfernt. Warum ist das so? Rebecca Rohrbach geht der Frage nach, wie sich unsere Vorstellung von Privatsphäre durch das Netz verschoben hat. Ihr Text ist ein Auszug aus dem Buch „Wenn Maschinen Meinung Machen“, das im März 2018 im Westend-Verlag erschienen ist.  Wir alle haben Angst vor Trojanern. Diese fiese Malware, die sich hinterhältig in unseren Computern einnistet, ohne dass wir es bemerken. Wenn wir Pech haben, bleibt sie unentdeckt. Im besten Fall schlägt jedoch unser Antiviren-Programm an und setzt auf Hochtouren alle Hebel bis zur Beseitigung in Gang. Dass wir einem dem trojanischen Pferd sehr ähnlichen Phänomen jedoch öfter aufsitzen als uns lieb ist, sehen wir viel zu selten. Als ich die Suchmaschine meines Vertrauens aufgerufen habe, um für dieses Essay zu recherchieren, habe ich nicht großartig darüber nachgedacht, …

Foto: Shutterstock.com/Durch Ollyy
Foto: Shutterstock.com/Durch Ollyy

Aufzeichnungen aus der Echokammer

Wie sehr gerät das demokratische System unter Druck, wenn sich die Entwicklung fortsetzt, dass immer mehr Menschen immer weniger über ihre ideologischen »Zäune« hinweg kommunizieren? Die Sorge vor solchen Filterblasen oder Echokammern ist groß. Wie fruchtbringend es sein kann, sie zu durchbrechen, hat die Wochenzeitung „Die Zeit“ 2017 mit einem Projekt gezeigt, dass Menschen mit gegensätzlichen Auffassungen an einen Tisch gebracht hat. Diese und andere Stiche in der Filterblase beobachtet Hannah Schmidt in ihren „Aufzeichnungen aus der Echokammer“. Ihr Text ist ein Auszug aus dem Buch „Wenn Maschinen Meinung Machen“, das im März 2018 im Westend-Verlag erschienen ist.  Ich bin ein hoffnungsvoller Mensch. Ich bin ein gutgläubiger Mensch. Ich glaube, Menschen sind vernunftbegabt und Konflikte lösbar. Ich verurteile keine Menschen, deren Handlungsabsichten, Hintergründe und Geschichten ich nicht kenne. Frieden ist möglich, wenn jede Hierarchie abgeschafft ist und alle Waffen auf der Welt eingeschmolzen sind. Reichtum ist eine Perversion, political correctness ist wichtig, Multikulturalität und Multireligiosität das Beste, was einer Gesellschaft passieren kann, und Freiheit und Überwachungskameras schließen einander aus. Alle Menschen sind gleich. Die Früchte …

Foto: Shutterstock.com/Bloomicon
Foto: Bloomicon/Shutterstock.com

Die Gatekeeper sind weg

Eine Welt ohne Journalismus: Das Szenario einer Gesellschaft, die zwar nicht informationslos ist, in der aber von Journalisten orchestrierte Informationen verschwunden sind? Jedem Menschen wird ein zugeschnittenes Medienmenü geliefert, dass er noch nicht einmal selbst wählen muss, weil die Maschine es für ihn berechnet. Personalisierung und Algorithmisierung sind freilich keine dunkle Dystopie oder verheißungsvolle Utopie. Beide sind längst in unserem Alltag und auch in der Medienbranche angekommen. Ein Verbot wäre insofern der falsche Weg. Doch wie weit sollen diese Entwicklungen gehen? Dominik Speck entwirft ein düsteres Gedankenspiel. Sein Text ist ein Auszug aus dem Buch „Wenn Maschinen Meinung Machen“, das im März 2018 im Westend-Verlag erschienen ist.  Kurz das Gesicht scannen lassen, Türe auf, losfahren, endlich entspannen. Kein Plan, wie die Menschen das früher gemacht haben, als die Autos noch dumm waren und ihre Fahrer alle die gleiche Straße genommen haben, nur um sich dann fluchend über die Verkehrsplaner zu beschweren. Überhaupt, die menschliche Idiotie. Zum Glück hatte man sie endlich ersetzt, denkt Jacob. Zumindest im Arbeitsleben. Ersetzt durch die nüchterne Kraft von Maschinen. Unterstützen wir doch den …

Foto: everst/Shutterstock.com
Foto: everst/Shutterstock.com

Eichhörnchen oder Tagesschau?

Der Diplompsychologe Tobias Rahm ist ein Mensch, dem die Zufriedenheit geradezu aus dem Gesicht springt. Auf Youtube sieht man den wissenschaftlichen Mitarbeiter in einem Seminar vergnügt vor Studierenden der Uni Braunschweig auf und ab gehen. Immer wieder blickt er aufmunternd in die Runde, streut humorvolle Bemerkungen wie Bonbons in die Theorie. Sein Fachgebiet: Positive Psychologie. Eine Wissenschaft, die sich die Erforschung des Glücks zur Aufgabe gemacht hat. In Zeiten, wo uns von Fernsehwerbung bis Facebook überall Glück versprochen wird, gleichzeitig aber immer mehr Menschen über Depressionen klagen, ist er der richtige Mann um zu fragen: Wie wird man eigentlich glücklich im Digitalen Zeitalter?

Foto: Willyam Bradberry/Shutterstock.com
Foto: Willyam Bradberry/Shutterstock.com

Bot statt Doc?

Ein Roboter, der einen Arzt ersetzt, oder Maschinen, die Diagnosen stellen – das alles sind heute noch Zukunftsszenarien. Technisch gesehen sind wir davon jedoch nicht mehr weit entfernt, sagt Dr. Philipp Daumke, Geschäftsführer der Firma Averbis, die sich mit Data Mining und Text Mining im Bereich der Medizin beschäftigt. Er sagt: Die Diskussion um den Einsatz von Daten in der Medizin wird oft zu einseitig geführt. Von Annabell Bialas und Bettina Ansorge Herr Dr. Philipp Daumke, wohin glauben Sie wird uns die Digitalisierung in der Medizin und der Medizintechnik noch hinführen? Dahin, dass wir bald nicht mehr zum Arzt gehen, sondern dass ein Computer eine Diagnose stellen wird? Ja, zumindest bei komplexen oder seltenen Krankheiten ist es jetzt schon so, dass Computer bei der Diagnose helfen können. Man muss aber immer dazu sagen, dass der überwiegende Anteil der Krankheiten, beispielsweise ein grippaler Infekt, leicht vom Arzt diagnostiziert werden kann. Dafür braucht es keinen Computer. Es sind dann also eher schwierige Fälle und seltene Krankheiten bei denen Data Mining und Text Mining zum Einsatz kommen? Vor …

Foto: Kentoh/Shutterstock.com
Foto: Kentoh/Shutterstock.com

Humanity will be lost

Mechanical bodyparts are very common nowadays – a lot of humans have a hip replacement or a pacemaker. Technology helps saving our lives rather often. Some people want to take this a lot further – a philosophical and scientific movement called Transhumanism. Zoltan Istvan Gyurko is one of the most famous Transhumanists, he even ran for president in 2016. In this interview, he talks about his first experiences with Transhumanism, immortality and the future of humanity. By Marie-Louise Timcke und Paul Klur Why is Transhumanism important for our society nowadays? Zoltan Istvan: Well, Transhumanism is perhaps the most important subject matter that we have actually existing in society at the moment. Because humankind has been moving forward very slowly developing science and technology. But in ways that haven’t really rudimentary changed the human being. But all of a sudden, since the invention of the microchip, humanity is changing dramatically because of data, because of the internet, because of computers, because of smartphones. And what we have seen is almost nothing compared to what we’re going …

Foto: T. Dallas/Shutterstock.com
Foto: T. Dallas/Shutterstock.com

Die Vermessung der Welt: Rezension von „Das metrische Wir“

Der Berliner Soziologe Steffen Mau liefert in seinem Buch „Das metrische Wir“ eine Bestandsaufnahme der Vermessung des Sozialen ab. Eindrücklich zeigt er auf, welchen Siegeszug Zahlen und Scores, Rankings und Ratings in allen möglichen Gesellschaftsbereichen angetreten haben. Bis zu einer Bestenliste, die alle diese Daten vereint und jedem Bürger einen individuellen Wert zuweist, ist es nicht mehr weit, wie Mau mit einem Beispiel aus China illustriert. Eine Rezension. Die Autorin Juli Zeh hat bereits 2009 beschrieben, wie eine datenbasierte Überwachungsgesellschaft aussehen könnte: In ihrem Roman „Corpus Delicti“ entwirft sie eine Gesundheitsdiktatur, in der nahezu sämtliche Körperparameter vom Staat ausgelesen werden. Seit 2009 sind die Datenmengen, die über jeden einzelnen Menschen potentiell verfügbar sind, weiter angewachsen, und auch die Praxis der Selbstvermessung im Dienste einer ständigen Steigerung von Gesundheit und Wohlbefinden erfreut sich bei vielen Menschen großer Beliebtheit. Der Berliner Soziologe Steffen Mau kann sein im Juni 2017 erschienenes Sachbuch „Das metrische Wir. Über die Quantifizierung des Sozialen“ folgerichtig mit einem ähnlich dystopischen Szenario beginnen, nur dass es sich in diesem Fall um ein reales handelt: …